Drucken

Gregorianik im Gottesdienst

Titel:
Gregorianik im Gottesdienst
Wann:
Sonntag, 3. Juli 2022, 10:00 h - 11:00 h
Wo:
St. Lukas im Asklepios Fachklinikum Göttingen - Göttingen, Niedersachsen
Kategorie:
Liturgie
Aufrufe:
32

Beschreibung

Introitus Sucepimus,

Graduale Esto mihi

Alleluia ?

Communio Gustate et videte

Zur Liturgie vom 14. Sonntag im Jahreskreis gehören drei ganz besonders kostbare Stücke: Introitus, Graduale und Communio.

Der Introitus ist ein Dank- und Preislied. Wird der Tempel Gottes als Bild unserer eigenen Seele gedeutet besagt es: So groß, wie Gottes „Barmherzigkeit – misericordia“ ist, die wir „inmitten unserer eigenen Seele - in medio templi tui “- empfangen, so groß soll unser Lob sein. Dem entspricht die Klangkurve der Worte, die wie in höchsten Tönen weit ausholend das Lob ob der Wundertaten Gottes eindringlich zum Ausdruck bringt: so „wie es, o Gott, deinem Namen gebührt, so reicht auch dein Lob bis an die Grenzen der Erde“.

Das Graduale schafft einen musikalischen Raum, in dem der Zuhörer über das eben in der Lesung Gehörte nachsinnen und in seinem Herzen entfalten kann.

Wie alle Gregorianischen Gesänge ist es "musikalischer Ausdruck der Hingabe an das Wort Gottes."

Eindringlich beginnt es mit den Worten „werde mir zum Schützergott und zu einem sicheren Ort“! einem Ort erlösender Geborgenheit und weiter „daß du mich rettest“. Leidenschaftliches Verlangen nach dem Erettetsein läßt der stufenweise Anstieg der Klangkurve verspüren und zum Schluß im Hochpunkt der Melodie ahnen, wie schön es dann alles sei.

Im absoluten Höhepunkt aber klagt der Beter „möge ich doch nicht vernichtet werden“ in außerordentlich expressivem, leidenschaftlichem und höchst erregtem Ton des Flehens, der Gewißheit oder auch Angst. Die aber mit einem reinen, hellen Klang des Wortes „in æternum“ am Schluß den Blick in eine andere Welt öffnet.

Das schrieb einmal ein Besucher des Choralamtes in St. Michael. „Ein schwülwarmer Juli-Sonntag … Gerade eben verklingt die Communio, der Gesang zur Kommunionspendung: Gustáte et vidéte, quóniam suávis est Dóminus – kommt und seht, wie süß der Herr ist. Ob die Mitfeiernden verstanden haben, daß hier mit drei zu Klang geronnenen Worten eine großartige Theologie der Eucharistie gezeichnet wird? … “

Normalerweise schauen wir zuerst und essen dann. Hier aber heißt es, eßt erst einmal und schaut dann, was ihr zu euch genommen habt: Christus den HERRN. Ein schönes Wortspiel ergibt sich daraus, daß im Griechischen „suavis – süß „-„chrestos“ heißt. Also kann man verstehn: Kostet und schaut, daß es Christus (chrestos) ist, der HERR.

So spannend sind die meisten der Gregorianischen Gesänge.


Veranstaltungsort

Standort:
St. Lukas im Asklepios Fachklinikum Göttingen
Straße:
Rosdorfer Weg 70
Postleitzahl:
37081
Stadt:
Göttingen
Bundesland:
Niedersachsen
Land:
Germany